Social Netwicklung
Freitag, der 18. Dezember 2009, 14:55 Uhr von
Lefois

Dieses Twitter, Googlewave und sonstiger Tinnef im Netz ist für mich eine Spielerei. Ich habe diesen Kram nie wirklich ernst genommen. Es ist halt eine willkommene Ablenkung wenn man eh am Rechner rumsurft und irgendeinen Schabernack treibt. Es gefällt auf Twitter zu lesen das andere sich genauso lustig über den HSV machen wie man selbst. Man ist halt nicht allein wenn man eigentlich allein ist. Trotzdem ertappe ich mich dabei wie ich immer öfter, auch wenn ich mit echten Leuten aus dem realen Leben unterwegs war, mal einen Tweet abgelassen habe. Könnte ja wen interessieren das man da nun gerade einen Glühwein auf einem Weihnachtsmarkt getrunken hat. Kommt immerhin selten vor.
Trotzdem. Man ist schon neugierig wer die anderen Leute sind mit denen man da kommuniziert. So habe ich erst neulich festgestellt das ich mit einer mir persönlich unbekannten Twitterin im selben Block saß. Zu einem Treffen kam es aus diversen Gründen (Bieren) nicht, aber Twitpic hat mir gezeigt: Ihr Block war mein Block. Von der Perspektive her klar zu erkennen.
Nun ging wieder einige Zeit ins Land, man lebte und twitterte so vor sich hin bis ich mitbekommen habe, wie sich 2 Leute aus meiner Timeline zu einem Fussballspiel verabredet haben. Online. Öffentlich. So das es jeder mitbekommen kann. Andere stiegen ein. Es wurde sogar ein Hashtag ins Leben gerufen. Nur das mit dem Ort und der Zeit war wie immer ein Problem.
Einige Tweets und – aufgrund von Werders mal wieder überragender Leistung – Endorphinausschüttungen später kam dann die Idee ein Twittertool zu entwickeln welches sich um genau sowas kümmert: Leute die sich über Twitter kennen beim Stadionbesuch zu verbinden. Die Idee für twadion.de wurde geboren. Nur, wie umsetzen? Man kennt sich ja nicht wirklich, kommt aus verschiedenen Städten, hat verschiedene Fähigkeiten und Qualifikationen.
Aber zum Glück sind wir alle Kinder des Netzes und so haben wir natürlich auch den Googlewave Hype mitbekommen. Zum Teil einen Account (der natürlich nie sinnvoll genutzt wurde), aber gewiss genügend Invites über (ist ja mittlerweile schon nichts besonderes mehr). Ein Team hat sich mit @UEVA, @Punkt16 und mir schnell gefunden und so haben wir jetzt einfach mal angefangen.
Ein Projekt das online mit “fremden” Menschen auf Twitter erdacht wurde, ein Projekt das jetzt online mit Hilfe von Googlewave (und anderen Tools) durchgeführt wird. Man kann wohl jetzt schon sagen das Wave für solch einen Fall seine Daseinsberechtigung hat. Es ist mächtig. Dies ist nichts neues. Neu ist für mich auch nicht, dass man online Spaß haben kann (Hey, ich mach jeden Scheiß mit).
Aber diese Kombination aus gehypten Tools, Kommunikation mit unbekannten Leuten und einem spannenden Projekt – in einem Umfeld, dem ich eigentlich immer kritisch gegenüberstand – finde ich spannend. So spannend, dass ich mich sehr darauf freue zu sehen was aus twadion wird. Es ist technisch sicherlich nicht mega anspruchsvoll und wird garantiert auch keine professionelle Webapp mit der man zich Fantasilliarden Klicks generieren kann. Aber darum geht es nicht. Es geht darum endlich mal die Tools die es zu Hauf gibt eventuell mal sinnvoll zu nutzen. Für einen Zweck, der mir nützlich erscheint. Und wenn das einzige Ergebniss ist, dass ich mal eine Person aus meiner Timeline im Stadion treffe, dann hat sich der Aufwand schon gelohnt.
Viel Spaß macht es allemal.
Geschrieben in netzstream | Tags: Fussball, googlewave, Interdings, Projekte, twadion, Webentwicklung
2 Kommentare »
Hey – und tadaaaa – da lese ich grad deinen Blogeintrag, als ich nach einem langem Arbeitstag bei der realen Arbeit und vielen Stunden für das Twadion-Projekt nun eigentlich endlich heim gehen wollte. Und ich bin fast zu Tränen gerührt.
Das Projekt und wie es entstanden ist, finde ich auch sehr spannend und freue mich riesig das Projekt mit Dir und bisher @Punkt16 und @DiePapierkugel auf die Beine zu stellen. Ähnlich wie du habe ich all die neuen Social Media Tools sowohl mit einem kritischen als auch mit einem weniger kritischen Auge gesehen. Aber mit diesem Projekt finde ich auch, hat “Twitter einen Sinn.”
Ich habe z. B. Twitter aus beruflichen Gründen angefangen. Einfach mal schauen, was sich da tut. Und schwupps, siehe da, es gibt eine riesige Community im Fussball-Umfeld. Da habe ich mich als Werder-Fan direkt wieder gefunden. Und die spontane Aktion am Mittwoch ist doch schon Beweis genug, dass man – wenn auch völlig fremd und regional auseinander – sicher ein gutes Projekt auf die Beine stellen kann. Ich bin wirklich gespannt und freue mich jetzt schon auf den ersten Twadion-Event, bei dem ich live dabei bin!
Ach übrigens hast du bei der Domain einen kleinen Fehler drin
es heißt http://www.twadion.de
Also ich bin gespannt, was aus dem Projekt mal werden wird!
Bis dahin,
grün-weiße Grüße!
UEVA
scheiss twitter
ansonsten: ich bin schon was länger bei studivz … auch scheisse das dingen. aber auch dort hab ich schon ein paar nette leute in diesem komischen “real life” kennengelernt/getroffen. einige davon gehören inzw. zu meinen freunden. also so richtig. “in echt” quasi. analog. mit einer war ich schon beim fussball. ich auf der südtribüne, sie auf der nordtribüne … getrennt in den farben und so.
naja – mehr sag ich nicht
TWADION!